((In anderen Forums-Bereichen gibt es ja spezielle Gruppen-Zugehörigkeits-Voraussetzungen, z.B. im Bereich "FrAK-Forum mit KI ...": Dort, wo radikale Transparenz von Inhalten, Wahl-Möglichkeiten und Einfluss-Formen entwickelt werden soll - in dem Bereich und drumrum -, dürfen die Mit-Machenden nicht versteckt agieren, sondern müssen zu Angabe ihres Klar-Namens oder höchstens transparenter Anonymisierung bereit sein, und ja auch Bereitschaft haben, für ihre Äußerungen notfalls ins Gefängnis zu kommen - weil, wie alle wissen, bestimmte Meinungs-Äußerungen unter Strafe gestellt sind...
Wobei es natürlich im Interesse der FrAK-Regisseure ist, dass drumrum auch schon Sichtbarkeit für möglichst ALLE Inhalte und Meinungs-Äußerer versucht wird, wie es hier ja mit den übrigen Forums-Bereichen versucht wird, und wofür z.T. wohl auch noch Rand-Bereiche geschaffen werden müssen, die so ähnlich wie "Speakers' Corner" funktionieren usw...))
Namaste.
Öff Öff
www.global-love.eu
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Als Erstes kopiere ich Euch einen alten Frage-Antworten-Text hierher ca. aus 2004:
1.) beschreiben sie mir die hauptidee der schenker-bewegung.
schenker-bewegung(=bewegung der menschen,die mit anderen nur geschenke austauschen wollen) will schenkende liebe(=gewaltfreies teilen) als einen'kleinsten nötigen einigungsnenner'anbieten,damit die menschen eine grundverantwortung für die uns anvertraute welt übernehmen können und friedlich gemeinsam weiter nach den 1000 anderen fragen und antworten suchen können... plakativer formuliert: 'liebe schenkt! - und wie sehr muß man dann mit dem schenken anfangen, wenn man die menschheit noch zur liebe (und vernunft) bekehren will?!'
(ausführlicher ist die bedeutung von schenker-bewegung auf den websites beschrieben, auf die-schenker.de z.b. in der 'kurzvorstellung' und vor allem in den 'grundsatztexten', wozu auch ein ausführlicherer'vorstellungstext'gehört...))
2.) kann man schenker-bewegung als glauben bezeichnen?gibt es eine abgrenzung zur religion?
(ich verweise dazu insbesondere auf den von mir geschriebenen 'grundsatz-text', den 'öm-text'.)
natürlich kann man schenker-bewegung als 'glauben' bezeichnen, wenn man unter 'glauben' ein umfassendes sinn- und moralkonzept versteht,welches auch über den bereich der'exakten naturwissenschaften'(empirische bestätigung durch experimente, (mathematische) logik...) hinausgeht und auch das 'transzendente' mitberücksichtigt... 'glauben' dann als 'offenheit des wissens'verstanden ,auch da,'wo man nur für mehr oder weniger wahrscheinlich halten kann',oder einfach'auf etwas setzen'muß (oder 'übernatürliche' quellen mitintegrieren muß), um zu einem gesamtkonzept der welt zu kommen... der unterschied zwischen einer auch das transzendente einbeziehenden philosophie und 'religiösem glauben' ist dann ja relativ fließend: der buddhismus etwa ist keine 'offenbarungs-', sondern eine 'vernunft-religion', welche -streng betrachtet- die existenz eines 'gottes' offen läßt bzw. für relativ unwichtig erklärt (zur behebung des leides)... eine 'persönliche gottesvorstellung' ist es ja
eh nicht; nicht einmal das 'persönliche ich' des einzelnen menschen wird als etwas 'existentes' betrachtet...
was unterscheidet nun schenker-bewegung von anderen 'glaubensformen' oder 'religionen'? schenker-bewegung will -im sinne etwa von mahatma gandhi- ein 'wahrheits-wissenschaftliches experiment' sein, welches auf dieser ebene auch strikt vernunftbezogen auftritt, und ist spezifisch durch den ansatz des 'kleinsten nötigen einigungsnenners' (siehe 1.) charakterisiert, den ich so klar in keiner anderen religion oder weltanschauung herauskristallisiert finde.
ich beschreibe einige konsequenzen daraus:a)schenker-bewegung ist'nicht-ideologisch': auch wenn über die 'exakten wissenschaften' hinausgehend, will schenker-bewegung soviel wie möglich an raum für wissenschaftliche kritisierbarkeit und objektivität (für den umgang mit werte- und gesellschafts-konzepten) eröffnen. so war auch z.b. mein vorschlag in der 'maischberger-talkshow' abgezielt, eine 'stiftung systemtest' einzurichten, wo wissenschaftliche und moralische objektivität und qualität sich möglichst verbinden sollten, um werte und sozialstrukturen zu beurteilen, als orientierungshilfe für die menschen. ansätze gibt es schon ein wenig, z.b. mit der idee von 'weltzukunftsräten' etc... wie sehr wir sowas bräuchten, zeigte sich am kommentar von frau maischberger, es gebe doch dafür schon den staat und die kirchen(!) das ist so, als würde man im streit der religionen eine davon als 'objektive instanz' zur prüfung der übrigen einsetzen wollen... wir haben prüfung
sinstanzen wie 'stiftung warentest' für die verschiedenen stücke seife im supermarktregal - für die wichtigsten grundlagen des (gesellschaftlichen) lebens haben wir nicht mal ((fortsetzung1))
(da gibt es nicht einmal) nennenswerte angebotsversuche von tauglicher orientierungshilfe... die frage mag erlaubt sein, warum daran scheinbar kaum interesse besteht... aus meiner sicht ein klares symptom einer 'sucht-gesellschaft'...
b) schenker-bewegung ist ein traditions- und autoritäts-unabhängiger ansatz:
obwohl traditionen oder autoritäten nicht prinzipiell abgelehnt oder ausgeschlossen werden und somit integrierbar sind, wird für die elementare grundorientierung, wie sie im 'kleinsten nötigen einigungsnenner' ausgedrückt ist, unabhängiges kritisches ('organisches') denken des einzelnen menschen als basis betrachtet...
c) schenker-bewegung ist nicht-sektiererisch bzw. ist gar 'anti-sektiererisch':
das geht schon aus dem ansatz des 'kleinsten nötigen einigungsnenners' hervor. jede weltanschauung oder religion, die ihren mitgliedern und überhaupt allen menschen ein recht auf unabhängige kritisch denkende grundorientierung zugestehen wollte und die paar wenigen schenker-ideale, insbesondere eben schenkende liebe, als wesentliche elemente dieser grundorientierung betrachten wollte, könnte vom 'kleinsten nötigen einigungsnenner-ansatz' integriert werden, mit all ihren sonstigen inhalten... ein extremes bemühen also um integration von menschen, gruppen, organisationen, weltanschaungen, religionen, parteien etc. in ein grundlegendes verantwortungskonzept für die menschheit...
vielen gruppen und auch religionen sollte das möglich sein: im christentum z.b. (- ich, öff!öff!, bezeichne mich auch als christ-) auf der grundlage von bibelstellen wie u.a. zu beginn des 'römerbriefes' des apostels paulus, wo er erläutert, daß auch menschen, denen das evangelium von jesus nicht zu ohren kam, dennoch vor gott genauso in der verantwortung stehen, da das wesentliche von gott und seinem willen bzw. seinen moralischen maßstäben aus der schöpfung und dem gewissen und den 'gedanken, die miteinander streiten', bereits erkennbar sei... oder man denke an die bibelstelle im evangelium, wo das 'endgericht' beschrieben wird, und jesus die 'geretteten' wegen ihrer guten taten an armen, kranken, gefangenen etc. zu sich holt, und sagt, 'diese taten hätten sie ihm getan', und auf den einwand der guten menschen, ihn würden sie doch gar nicht kennen, antwortet:'was ihr dem geringsten meiner brüder getan habt, das habt ihr mir getan'... oder die bibelstelle,
wo jesus sagt: 'ich nenne euch nicht knechte, sondern freunde: denn der knecht versteht nicht, was sein herr von ihm will; ich habe euch aber den willen gottes verständlich gemacht...' usw...
schenker-bewegung ist also keine 'besondere religion oder lehre' - außer vielleicht, wenn man es kühn formulieren wollte, die auch für atheisten offene 'religion' nur der vernunft und liebe, ohne sonst vorgegebene einzelanweisungen oder -ausschließlichkeiten... (schenker-bewegung läßt -zur veranschaulichung gesagt- also auch viel mehr offen als etwa der buddhismus: ob das individuelle persönliche ich 'existiert' oder nicht... ob es einen persönlichen gott oder götter gibt oder nicht... usw...) ((fortsetzung2))
(((ich sollte an dieser stelle dem andreas dutschke, der mir die fragen für nen fernsehbeitrag stellte, vielleicht erklären, daß ich mich entschlossen habe, die fragen gründlich zu beantworten, damit das dann auch in's web gestellt werden kann, und ich immer darauf verweisen kann...)))
3.) wieviele menschen sind inzwischen anhänger oder zumindest sympathisanten ihrer bewegung?
im kern, also als 'schenker', als menschen, die ohne staat und geld leben und mit anderen menschen nur geschenke austauschen, gibt es derzeit drei, außer mir noch meine idealistischen freundinnen tütü und moni...
drumherum gibt es die sogenannten 'schenker-verbündeten', die mittlerweile auch zwei gemeinnützige vereine gegründet haben. in den vereinen sind's derzeit vielleicht 30 menschen. die verbündeten außerhalb der vereine sind 'ungezählt', können recht viele sein... sympathisanten mindestens sind fast alle, mit denen ich 10 minuten geredet habe...
handlungsfähige menschen, mit denen man berechenbar planen und vorwärtsarbeiten könnte, haben wir in schenker-bewegung zugegebenermaßen sehr wenige... das wird aber mehr als ausgeglichen durch die sehr vielen menschen, die uns aus weitem abstand mit ihren taschentüchern zuwinken und uns zurufen, wie toll sie finden, was wir machen, und daß wir auf jeden fall weitermachen und uns nicht unterkriegen lassen sollen... und auch menschen, die extrem eigenbrötlerisch unbedingt was 'eigenes' neben uns zelebrieren müssen, gibt's so einige...
aber was soll's: unser glaube ist ja auch der glaube an's gewissen, den gott in uns, dem man unbedingt folgen muß, und wenn's alleine wäre...
4.) wie sind sie zur bewegung gekommen? beschreiben sie bitte die wichtigsten stationen ihres lebens.
am 12.5.1964 in gelsenkirchen geboren, in gladbeck bei essen (im ruhrgebiet) aufgewachsen. zwar eher oberflächliche, aber christliche erziehung (z.b. kindergebet 'ich bin klein, mein herz ist rein; soll keiner drin wohnen als jesus allein...').. ab dem 7. lebensjahr vom stadtrand (strenge klassenlehrerin, was mich hemmte) in die innenstadt umgezogen (gutmütige klassenlehrerin, was mich lockerte und öffnete), wo wir dann in einer mietwohnung über der arbeitsstelle meines vaters (bankkassierer) all die jahre wohnten. vater alleinverdiener, mutter hausfrau, 3 jüngere brüder. untere mittelschicht, bescheidenes und sparsames familienleben, aber bieder und solide (vater hörte aus verantwortungsgefühl mit dem rauchen auf, als kinder kamen, usw...). ruhiges, oft in mich gekehrtes kind (oft mit bilderbüchern oder katalogen irgendwo unter nem tisch liegend), aber auch noch recht normal, auch mit prügeleien auf schulhof (starker gerechtigkeitsehrgeiz, schutz von drangsalierten schwäc
heren usw. auch da schon...) und mal mit ner 5 in mathematik (mehr in stadtrandzeit)...
entscheidende kehrtwende und weichenstellung für's leben mit 13 jahren, auf einem sonntagsspaziergang: die eltern schickten uns kinder dann spazieren, um in ruhe das sonntagsmittagessen zu machen, wo auch der vater mal kochte. beim spazieren im gladbecker 'nordpark' redete ich mit dem 1 1/2 jahre jüngeren bruder -nicht pubertätsuntypisch- über unsere zukunft als erwachsene: welche berufe, welche häuser, frauen, autos, urlaub usw. als wir davon müde waren, hing jeder seinen phantasien nach... wie es mir rückblickend zumindest für damalige pubertät auch noch normal erscheint (die heutige jugend säuft und kifft und konsumiert sich das wohl recht fleißig weg...), kamen mir auch mal ansatzweise die 'großen fragen' vor augen: frieden, gerechtigkeit, harmonie mit der natur... ich malte mir aus, wie es einem menschen ergehen könnte, der sich am alltäglichen ellenbogenkampf gegeneinander nicht beteiligen würde (wie ja auf schulhof ebenso wie in der schule bei zensurenkonku
rrenz gut erlebbar...). ((fortsetzung3))
dabei schlugen '2 blitze' innerlich bei mir ein:
das erste war die faszination über mein phantasiertes bild des gewaltfreien menschen. mir fiel auf, daß es keine illusion, wie z.b. eine kuh mit 10 hörnern oder ein marsmännchen, war, sondern eine mögliche wirklichkeit, wenn man/ich mich dafür entscheiden wollte! und mir war auch sofort klar, daß ich mich enorm wertvoller fühlen würde, wenn ich mich dafür entscheiden würde. und daß, wenn ich vielleicht noch andere menschen finden würde, mit denen gemeinsam sich solche gewaltfreiheit leben ließe ('argumente statt fäuste!'), es eine ganz andere dimension menschlichen zusammenlebens darstellen würde!
verbunden mit diesem ersten 'einsichts-blitz' schlug dann ein zweiter noch viel tiefer innerlich bei mir ein: mir fiel auf, daß ich auf eine für mich sehr wertvolle erkenntnis, die gewaltfreiheit, quasi DURCH ZUFALL gekommen war! wäre meine phantasie in eine andere richtung geschweift, hätte ich vielleicht mein leben lang an dieser erkenntnis vorbeigelebt! mir wurde brennend klar, daß wir menschen nicht automatisch für's wichtige bzw. wichtigste leben (- kein instinkt (mehr) dafür sorgt -), sondern es uns passieren kann, für unwichtige spielereien unser leben zu vergeuden! (mittlerweile kenne ich genug menschen, deren hauptlebensinhalt skatspielen, modelleisenbahnbauen, fußball, tennis, autorennen usw. ist...) mir war auch sofort klar, daß ich das für mein leben unter keinen umständen so wollte. und wenn das wichtigste nicht automatisch zu mir kommt, entschied ich mich, dann muß ich danach suchen! und zwar mit system! (nicht nur hinter der nächsten straßenecke mal scha
uen, ob es da steht, und sonst war's das...) seit diesem moment bis heute lautet mein zentrales lebensmotto (und das zentrale prinzip von schenker-bewegung, das grundgesetz 'organischen denkens'): 'AUF DIE JEWEILS WICHTIGSTE FRAGE,DIE MAN FINDEN KANN,DIE BESTBEGRÜNDBARE ANTWORT SUCHEN!' auch in gesprächen mit anderen menschen bitte ich immer, wenn sie nur einen satz aus der begegnung mit mir mitnehmen wollten (zu kritischem bedenken), dann möge es dieser sein!
von stund an wandelte sich in meinem leben fast alles: ich grübelte ständig und merkte, wie in meinem 'inneren gespräch mit mir selbst' ein ungeheuer kraftvolles organisch zusammenhängendes 'geistiges gewebe' zu wachsen begann... mein hauptwerkzeug (und 'gesprächspartner', da menschen nicht so systematisch mitzudenken bereit waren) wurde das konversationslexikon... innerhalb von wochen entwickelte sich in mir das skelett des schenker-programms, welches ich auch bereits zu schulzeiten in erste schriftliche entwürfe zu bringen versuchte... einige wochen später wurde ich, der ich zwar auch nebenher und 'unbewußt' sonntags in der kirche war, und in meßdiener- und lektorengruppen der kirchengemeinde (st. lamberti), zum 'bewußten christen'. anlaß war eine religionsstunde des 'neusprachlichen gymnasiums', welches ich besuchte. unser klassenlehrer herr klingeberg sprach über christliche gewaltfreiheit, und sprach auch den kreuzestod jesu in dem zusammenhang an - und fügte aber s
chnell hinzu, daß natürlich auch ein christ in notwehrsituationen das recht behielte, sich mit gewalt zu verteidigen... da klingelte es in mir, und ich protestierte: wenn jesus als sohn gottes, der die höchsten werte vertrat, die größte verantwortung für andere menschen hatte und auch die größte macht besaß (selbst sagte, er könne scharen von engeln zu seiner verteidigung herbeirufen...), in der entscheidenden notwehrsituation seiner mission demonstrativ gewaltfrei blieb, und genau das (die 'kreuzesnachfolge') als entscheidendes kriterium für seine jünger (bzw. die christen) aufstellt: welche werte, für die man eintreten wolle, welche verantwortung für andere menschen oder welche macht, über die man vielleicht verfügt,...((fortsetzung 4))
... könnte ein christ als begründung oder als rechtfertigung dafür anführen wollen, gewalt anwenden zu dürfen?!
ich bekam eine '1', und das thema wurde gewechselt... und doch waren es einige lehrer, wie dieser herr klingeberg (dem besuche von mir nach dem abitur schließlich aber auch eher unangenehm wurden), oder lateinlehrer rehm, oder ein professor müller vom katholischen bibelwerk, der in der gemeinde einen bildungsvortrag hielt, mit denen ich noch am ehesten über derartige inhalte sprechen bzw. diskutieren konnte...
meine lieben mitschüler, unter denen ich kaum freunde hatte (- schon gar im sinne, tief über derartiges gemeinsam nachdenken zu können -), wiegelten sogar, wenn ich sie nach mancher religions- oder politik-stunde ansprach ('das sind doch die wichtigsten lebensfragen! da können wir doch nicht wegen pausengong aufhören! da müssen wir weiterdenken, bis wir zufriedenstellende antworten für's leben haben!') schnell ab:'ja,ja, hast recht. sind die wichtigsten fragen. müßte man mehr drüber nachdenken...' (und mit blick auf einen vorbeigehenden klassenkameraden:) 'hast du mal ne kippe für mich?' oder: 'hast du die neue musik? fährt dein moped? was macht die neue freundin?' usw...
ständiges absaufen in oberflächlichkeit...
erst in den letzten jahren vor dem abitur war es ein kreis von 'rüberwechslern' aus einer realschule auf unser gymnasium, die mich zu gemeinsamem sport und ruhigeren, wenigstens etwas nachdenklicheren gesprächsrunden einluden... einer davon, carsten schröder, traf sich dann auch regelmäßig während meiner studienzeit mit mir, und kam danach in meinem letzten, dritten jahr auch in die emmaus-gemeinschaft, von wo wir beide in die ersten monate des 'schenker-pilgerlebens' starteten...
aber zurück zu meinem 'christ-werden': nach dieser religionsstunde beschäftigte ich mich mit den evangelien in der bibel und kam für mich zu dem ergebnis, daß das, was jesus gesagt und getan hatte (bzw. haben sollte; ist ja ziemlich egal, ob realität oder märchen), im wesentlichen korrekt sei. bis heute habe ich von den religiösen traditionen der welt keine gefunden, die geeigneter als veranschaulichung meiner glaubensauffassungen geeignet wäre. deshalb verwende ich die bibel bzw. speziell dieses 'evangelium von jesus' als eine veranschaulichende religiöse bekenntnisschrift für mich und bezeichne mich als einen christen, der versucht, die nachfolge jesu zu leben... mehr als die 'äußere schrift' (die auch ihre schwächen aufweist, insbesondere im vergleich mit der klarheit und konzentration des schenker-programms) bedeutet mir dabei der lebendige bzw. innere seelenkontakt zur göttlichen gegenwart jesu, zur 'christuspersönlichkeit' in mir (wozu ja eigentlich jeder chris
t durch die taufe werden soll: 'nicht mehr ich lebe, sondern christus in mir...') ich diskutierte in den folgenden jahren auch viel über den christlichen glauben, machte meine abiturprüfung im fach religion mit einer kritischen stellungnahme zum hirtenbrief der deutschen bischöfe 'gerechtigkeit schafft frieden', worin atomare abschreckung als akzeptabel erachtet wird, und entschloß mich zu einem studium der (katholischen) theologie und der philosophie: erstens, weil ich meine bis dato erworbenen inneren (glaubens-)überzeugungen prüfen wollte an den stellen der gesellschaft, wo menschen ihr leben lang teuer bezahlt werden, um sich mit den fragen nach 'sinn des lebens' und 'richtiger moral' zu beschäftigen (was ich eigentlich aber schon nach ein paar wochen an der universität wieder hätte abbrechen können, weil es da eigentlich nicht um echte wahrheitssuche geht, sondern nur um ein bezahltes geschäft mit bildungswissen...)
und zweitens... (fortsetzung 5)
und zweitens wollte ich herausfinden, ob in den großen kirchen noch platz wäre, das (meiner auffassung nach) echte, radikale evangelium jesu zu leben.
die katholische kirche erschien mir im vergleich zur evangelischen sogar etwas eher geeignet, da die vorstellung der 'radikalen nachfolge' dort zumindest in heiligenlegenden und hinter klostermauern teilweise noch erhalten war, während mir die evangelische kirche diese radikalität ziemlich in willkürlich irrationalem 'glaubens'-verständnis aufzulösen schien (wo 'durch den glauben' ein mensch 'in jedem stand', ob nun magd, kaufmann oder soldat, 'gerettet' sei) die haare standen mir zu berge, wenn ich an der uni von auslegungen der 'bergpredigt' hörte, wonach jesus entweder damit nicht alle menschen, sondern nur seinen engen jüngerkreis angesprochen habe (katholisch), oder, er habe doch alle angesprochen, aber es nicht ernst gemeint, sondern so, daß er durch unmögliche moralische forderungen unser verwiesensein auf den'glauben'habe verdeutlichen wollen (evangelisch)...
ich jedenfalls wollte die ernstgenommene radikalität für alle menschen -
im wesentlichen, d.h. bezogen vor allem auf gewaltfreies teilen bzw. schenkende liebe!
((bzgl. sexualität schien mir jesus eigentlich nur gegen 'scheidung','einander wegstoßen' oder 'im stich lassen' oder 'einander den partner wegnehmen' zu sein; und das ganze eh den zentralen nachfolgewerten gewaltfreiheit und teilen untergeordnet, weil dafür -als einziges- sogar das verlassen des partners rechtfertigbar sei oder ehe insgesamt zu unterlassen... wenn die kirche mich das zentrale gewaltfreie teilen bzw. die schenkende liebe hätte leben lassen, wär ich bzgl. frauen kompromißbereit gewesen...
aber es kam anders: ich machte aus meinen überzeugungen kein hehl, heftete an meine tür im katholischen priesterausbildungskolleg sprüche wie 'denken ist alles!', 'anarchie ist ordnung ohne herrschaft!' und 'kommunismus heißt: gleiches glück für alle; jeder nach seinen fähigkeiten, jedem nach seinen bedürfnissen!' und war stets für diskussionen zu haben... (daß ich zwischendurch auch mal ne freundin hatte, erschien wohl im vergleich dazu kaum der rede wert...) jedenfalls wurde ich -erst kurz vor ende meines studiums, vielleicht weil man meine mir oft unterstellte intelligenz etwas wertschätzte und noch hoffnung auf anpassung hegte- vom direktor des kollegs zu ihm bestellt: es sei ja schön, wie ich mich z.b. für werte wie gewaltfreiheit (gandhi etc.) begeistern und engagieren würde... aber wenn ich mich nicht gründlich umstellen würde, würde ich kein priester, da die kirche priester wolle, die den menschen bei den tausend sorgen und nöten innerhalb ihrer rollen
als treusorgende familienväter, geldverdiener und anständige staatsbürger beistand böten, -- aber keine priester, die den menschen erklären wollten, daß gerade diese rollen bzw. die dahinter stehenden grundstrukturen der gesellschaft die wurzel der probleme seien! auf meine frage, was aus seiner sicht jesus wohl dazu sagen würde, wich er aus; jedenfalls sei das die haltung der kirche... gut, wußte ich dann, dann muß es halt ohne kirche gehen... es kam noch zu mir z.t. von anderen an mir interessierten geistlichen vermittelten gesprächen mit 4 bischöfen, darunter ein kardinal, wo als begründung umformuliert wurde, ich würde 'zu hart diskutieren und dadurch die einheit der gemeinden gefährden', was der letzte bischof, mit dem ich sprach, mir eher so übersetzte, 'ich sei nicht ausreichend zu absolutem gehorsam bereit'... bemerkenswerterweise wollte der 'heimatbischof' franz hengsbach von essen mich aber trotz allem nicht gleich ganz abweisen und bot eine, ich glaub
2-jährige 'reifungszeit' an, wonach man noch mal
schauen wolle... auch der tipp, vielleicht (mit kirchlicher förderung) die akademische laufbahn...(fortsetzung6)
die akademische laufbahn einzuschlagen, wurde mir 'zugesteckt'...
aber das wurde alles nichts mehr: enttäuscht noch von ein paar mitstudenten, die erst radikale pläne mit mir geschmiedet hatten und dann, als es zur praktischen umsetzung kommen sollte, schnell absprangen, drängte es mich jedenfalls in die praxis!
ich hatte am ende meines theologiestudiums meine diplomarbeit über 'mahatma gandhis vorstellung von gerechtigkeit und ihre aufnahme im katholisch-christlichen raum' geschrieben. bei den recherchen war ich auf einen projektversuch im sogenannten 'emmaus-zentrum-dachsberg' in kamp-lintfort bei moers gestoßen. dort, wo früher mal ein pilotprojekt der 'grünen' 'kommunebewegung' hatte stattfinden sollen, war noch ein alter mann, hermann meer, übriggeblieben, der -verlassen von allen 'grünen' und ehemals 'kommunebewegten'- schon seinen ersten herzinfarkt im keller des großen tagungshauses hinter sich hatte, aber trotz allem noch einmal zu einem anlauf bereit war. unter der bezeichnung 'wege zur arche' ('arche' im sinne von 'überlebensmodell') entwarfen wir ein programm, in welchem wir uns mit den menschen 'von ganz unten' auf den weg machen wollten zu einem grundlegend neuen horizont: gemeinschaften mit einer tiefen spiritualität gewaltfreien teilens, wie wir sie bei gandhi sa
hen... da wäre ich damals, 1988, auf jeden fall hingegangen, um einen praktischen versuch zu machen, entweder als zivildienstleistender oder in form 'totaler kriegsdienstverweigerung'. ich war dann die ersten beiden jahre als zivi dort, dann noch ein drittes jahr... dann aber stellte ich für mich fest, daß wir zwar eine radikale, strukturrevolutionäre theorie vertraten - aber in der praxis keine echten schritte aus dem system heraus machten. zumindest für eine kerngruppe hielt ich es für erforderlich, die staats- und geldstrukturen wirklich zu verlassen. konkret forderte ich, die vereinsrechtlichen strukturen (es gab da einen gemeinnützigen verein als träger) zumindest teilweise zu verringern bzw. vereinsfreie handlungsräume zu schaffen. und ich forderte, wenn wir schon mit dem tagungshaus noch geld erwirtschafteten, wenigstens die preise immer mehr in's ermessen unserer gäste zu stellen...
da diese schritte für hermann nicht akzeptabel waren, wurde es mir zu heuchlerisch, und gemeinsam mit dem inzwischen dort miteingezogenen carsten schröder schickten wir unsere papiere an den bundespräsidenten -als staatsaustritt-, verschenkten unser geld und unseren besitz, und gingen am 19.12.1991 als 'pilger' oder 'bettelnde wanderprediger' auf die straße. das war der beginn von'schenker-bewegung'... ((die folgenden groben entwicklungsschritte von schenker-bewegung sind auf einer übersichtstafel dargestellt, die sicher auch bald im web erscheinen dürfte; das beschreib ich nicht auch noch jetzt im detail... später...))
jetzt aber greife ich nocheinmal zurück zum entscheidenden 'aufwach-moment' mit 13 jahren und beschreibe einige details meiner persönlich-familiären weiterentwicklung:
für mich war damals in den wochen nach dem 'sonntagsspaziergang' -und noch mehr nach meinem schritt zum christlichen glauben, wodurch ich konkrete praxis, das leben des bettelnden wanderpredigers, ja schon direkt vor augen gestellt bekam- eigentlich klar, daß ich am besten alles schnell abbrechen und 'auf die straße gehen sollte'. dazu hatte ich jedoch denn doch nicht den mumm, zumal ich keinen einzigen menschen fand, der in dieser dimension mitzudenken bereit war, geschweige denn derartiges sogar vorleben würde. hätte es wenigstens einen solchen menschen gegeben,wäre ich höchstwahrscheinlich schon mit 14,15 jahren als'wanderprediger der vernunft und liebe',der'gewaltfreien weltrevolution', losgezogen... so aber reichte es nur dazu, die angelegenheit weiter durchdenken und prüfen zu wollen...(fortsetzung7)
und mich in jeder hinsicht so gut wie möglich vorzubereiten, falls es mal zu dem moment kommen sollte, daß ich mit dem radikalen ausstieg ernst machen würde...
meine eltern und geschwister waren keine idealistischen gesprächspartner für mich: wir konnten uns in der familie eher nur über fragen unterhalten, wie das mittagessen geschmeckt hatte, und was man abends nach 20 uhr gemeinsam im fernsehen anschauen würde... was für mich im laufe der jahre auch immer mehr nachließ: da ich kein eigenes zimmer hatte, sondern es nur ein kinderzimmer für die 4kinder gab, wurde es am ende für mich eine alltägliche odyssee durch die wohnung, mitsamt meinen schul- und sonstigen büchern, um in den räumen, die die anderen verließen, mit meinen schularbeiten und darüber hinausgehenden studien weitermachen zu können, bis in den sehr späten abend...
ich nutzte die schule als geistiges und soziales entwicklungsfeld: ich wurde relativ schnell zum klassenbesten, belegte alle möglichen kurse, die ich bekommen konnte, und machte am ende mein abitur mit 1,0... innerhalb der klassen- und schulgemeinschaft machte ich so allerlei kleine experimente, auch in meinem umgang mit den 'rabauken' der schule, denen ich natürlich als 'vorzeigestreber' auch nicht unbedingt sympathisch war... es führte dazu, daß ich relativ respektiert war... und es machte mich z.t. stolz, daß z.b., als ein ausländischer neuer schüler in die klasse eingeführt werden sollte, der lehrer sich an mich wandte, ihn da möglichst zu integrieren - obwohl ich doch selbst ein ziemlicher außenseiter war...
über die schulischen geistigen entwicklungsmöglichkeiten hinaus beschäftigte ich mich immer mehr mit 'selbstorganisiertem studieren', unabhängigem 'losgrübeln', im sinne von 'auf wichtigste frage bestbegründbare antwort': am grad z.b., wie sehr ich in 'wichtigen' büchern erkenntnisse nur noch 'wiederfand', die ich selbst schon entwickelt hatte, oder daran, wie gut ich kritikern mögliche verschärfungen ihrer kritischen argumentationen erklären konnte, machte ich meine fortschritte oder erfolge fest... ich entwickelte auch eigene methoden der körperarbeit: körperwahrnehmung, wie ich es später z.t. in 'autogenem training' wiederfand, oder meditation auf innere bilder und töne, oder auch arbeit mit der sexuellen energie (-mit frauen anfangen wollte ich vor der abschließenden fertigstellung des öm-textes, meines schenker-grundsatztextes, und der erstellung von texten zu 'freundschaft' und körperlicher (freier) liebe, -was mit 22 jahren geschafft war-, noch nichts...), w
odurch ich z.b. später beim 'pilgern' in faszinierender weise meinen inneren energiehaushalt steuern konnte (auch bei vielen stunden ziemlich bewegungslosen sitzens oder stehens neben meinem plakat bei -20 grad) usw... körperlich baute ich mich neben schwimmverein, fußball, tischtennis usw. vor allem auch durch kraftsport auf, den ich auch als 'schule für meine disziplin bzw. willenskraft' sehr schätzte: als student machte ich zeitweilig täglich abends 500 liegestützen am stück usw... natürlich habe ich nie geraucht, war nie betrunken, habe nie andere drogen konsumiert, habe ohrenschädigende musiklautstärke (in 'discos') gemieden usw... 'small talk' war mir ein greuel...
meine eltern und geschwister nahmen meine entwicklung ersteinmal recht wohltuend wahr: meine eltern mußten sich um mich 'nicht mehr kümmern', der ich immer ehrlicher, selbständiger und fleißiger wurde ('streben' erschien mir selbstverständlich, um nicht dummheit und niedrigkeit zu kultivieren...)... recht bald wurde ich umgekehrt an der erziehung meiner jüngeren brüder beteiligt, und mein haupterziehungsaspekt ehrlichkeit wurde durchaus von allen verstanden und geschätzt (als ich in meiner studentenzeit nicht mehr zu hause wohnte, scherzten meine eltern manchmal, ich würde fehlen, weil (fortsetzung8)
((ich würde fehlen, weil)) meine brüder wieder mit dem lügen anfangen würden...
meine eltern versprachen sich wohl relativ viel von mir, in richtung karriere, enkel usw...
auch die übrige verwandtschaft, die mir bei familienfesten z.t. das diskutieren über wichtige dinge untersagen wollte, die musik lauter stellte oder kräftig zu 'schunkeln' anfing... als ich sagte, daß ich höchstens priester werden könnte, wenn überhaupt, ließ man das noch durchgehen... eine oma ging schon stolz unter ihren bekannten hausieren mit der ankündigung, ich würde priester... als dann deutlich wurde, daß ich nichts 'bürgerliches' werde, brach diese oma und die übrige verwandt den kontakt zu mir ab... auch mit meinen eltern gab es in dieser phase heftige konflikte, ich wurde z.t. derbe beleidigt, einmal verließ ich im konflikt schon die wohnung - und hätte mich mein vater nicht vor der haustür wieder hereingeholt, wäre das wohl ein ziemlicher bruch geworden... dann begann eine phase, in welcher sich meine eltern wohl erstmalig inhaltlich/idealistisch mit der angelegenheit beschäftigten, auch mit der bedeutung ihres christlichen glaubens. heraus ka
m ihr standpunkt, es könne alles richtig sein, was ich sage; und es könnte auch sein, daß jesus sowas gewollt hätte... ich sollte es aber trotzdem lassen, denn damit würde ich mich doch nur sinnlos aufreiben, weil das keiner mitmachen wolle... ich antwortete darauf mit der frage, ob man sich mit den fehlern der anderen für eigene fehler entschuldigen kann... darauf fiel ihnen kein besonders gutes argument mehr ein, und so verblieben wir damit, daß wir das liebevolle verhältnis zwischen eltern und kind möglichst aufrechterhalten wollen, auch wenn wir 'verschiedene wege gehen'... so ist es bis heute: einmal pro woche rufen sie mich an, um zu hören, wie es mir geht, sind hilfsbereit...
und ich könnte ihnen mittlerweile, wenn sie nichts besseres hätten, einen altersruhesitz in einem unserer schenker-projekte anbieten...
soweit mal ein abriß meines lebensweges vor dem praktischen beginn von schenker-bewegung...
man sieht, ich bin eigentlich ein ganz normaler mensch, nicht wahr?
5.) leben in einem selbstgebauten erdloch? bitte beschreiben.
stimmt, ich lebe in unseren schenker-projekten (nach einer anfangsphase mit 'fahrradwohnanhängern') am liebsten in selbstgebauten jurten oder erdlöchern. mittlerweile gibt es beides auch an allen schenker-projekt-standorten. die erdlöcher sind z.b. 2 mal 2 meter groß, so hoch, daß man gerade darin stehen kann; wenn die erde nicht fest genug ist, mit holzwänden drumrum. wasserdichtes dach drauf, erde drüber und fertig! die einen medienleute regten sich drüber auf: daran zeige sich, wie abwegig so was als lösungsvorschlag sei... andererseits hat einjürgen drews ein paar winternächte drin schlafen wollen... andere medienleute finden es einladend und romantisch...
es ist eine wohnform, die keine fläche verbraucht, die klimaausgleichswirkung der erde nutzt, sehr bescheiden, natürlich, wenig materialaufwendig usw. ist... mit einem ofen drin und schimmelsicheren stoffen (am besten alles schafswolle) können wohnklima und atmosphäre sehr angenehm sein: kuschelhöhle...
ich nenne die erdlöcher 'visionshöhlen': ich habe in die tiefe der erde gebuddelt, damit die visionen der menschen sich in den himmel weiten mögen...
ausprobieren überzeugt bzw. begeistert!
6.) was drückt meinen 'glauben' am besten aus (auch als projekt-ort für's drehen)?
der zusammenhang des ganzen, auch der drei lebensformen.
wenn man sich aber eins aussuchen möchte, ist das 'haus der gastfreundschaft' wohl bzgl. wertigkeit und entstandener substanz am ausdrucksstärksten...